Warum ich gut gemeinte Tipps nicht mehr ertrage – und warum ihr sie euch sparen könnt.
„Hast du mal Magnesium probiert?“
Ja.
„Yoga hilft auch super.“
Danke, ich bin gerührt.
„Vielleicht einfach weniger Stress?“
Ach du Scheiße. Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen?
Perimenopause ist keine Störung – und lässt sich nicht mit Yoga wegdehnen
Ich hab diese Gespräche so satt.
Nicht weil Magnesium Gift wäre oder Yoga verboten. Sondern weil jeder dieser Tipps eigentlich sagt: Sei leiser. Sei netter. Mach dein Problem weg, damit wir uns nicht damit beschäftigen müssen.
Perimenopause ist kein verdammter Software-Bug, den man mit ein bisschen Dehnen und einem Mineralstoff patchen kann. Es ist ein massiver hormoneller Umbruch. Punkt.
Wir sind eine der wenigen Säugetierarten, bei denen die Weibchen mittendrin aufhören, fruchtbar zu sein. Das ist biologisch krass. Das ist kein Defekt. Und trotzdem tun alle so, als wäre es eine peinliche Störung, die man möglichst diskret beheben sollte.
Progesteron-Crash: Plötzlich habe ich kein Harmoniebedürfnis mehr (und das ist gut so)
Der Progesteron-Crash ist das Beste, was mir seit Jahren passiert ist.
Plötzlich hab ich keine Lust mehr, Dinge hinzunehmen, die ich jahrelang stillschweigend geschluckt habe. Freundschaften, die einseitig sind. Jobs, die mich auslaugen. Erwartungen, die nicht meine sind.
Manche nennen das „zickig werden“ oder „Hormonkoller“.
Ich nenne es: Endlich mal Klarheit. Endlich mal Rückgrat.
Was Frauen ab 40 in den Wechseljahren wirklich brauchen
Was wir wirklich brauchen, ist keine weitere Liste mit „natürlichen Hilfen“.
Wir brauchen Frauen, die aufhören, sich zu entschuldigen, dass ihr Körper gerade macht, was er machen muss. Wir brauchen Ärzte, die nicht sofort mit „Stress“ oder „das ist halt so in deinem Alter“ kommen. Wir brauchen Arbeitgeber, die kapieren, dass eine Frau mit 42 nicht plötzlich faul oder hysterisch geworden ist.
Und vor allem brauchen wir uns gegenseitig – ohne diesen scheiß „Positiv denken“- und „Hast du schon mal…“-Bullshit.
Das nächste Mal, wenn jemand mit einem gut gemeinten Tipp kommt, darfst du gerne lächeln. Oder auch nicht. Du darfst auch sagen: „Danke, aber ich brauche gerade keine Lösung. Ich brauche, dass du einfach mal zuhörst.“
Oder du sagst einfach: „Halt die Klappe.“
Du entscheidest.
Welchen gut gemeinten Tipp kannst du nicht mehr hören? Feuer frei in die Kommentare. Wir sammeln die schlimmsten.
